Aus geographischer Sicht gehört Diedendorf aufgrund seiner Lokalisierung in Hanglage über dem Saartal, zwischen Saarunion und Fénétrange, zur lothringischen Hochebene. Aus administrativer Sicht zählt das Dorf seit dem Erlaß vom 23. November 1793 zum Département Bas-Rhin, d.h. zur Region Elsaß. Historisch gesehen, gehörte die Gegend von Diedendorf lange zum Heiligen Römischen Reich und teilte somit die stürmische Vergangenheit der Grafschaft von Saarwerden.

Lange stritten die Bischöfe von Metz (d.h. das Haus von Lothringen) und das Haus von Nassau um die Region - zu Beginn des XVI. Jahrhunderts wartend auf das Urteil des Reichskammergerichts von Speyer. Zu diesem Zeitpunkt ereignete sich allerdings ein wesentlicher historischer Umbruch, der das Schiksal der Region für Jahrhunderte beeinflussen würde: die Reformation.

Unter der Herrschaft des Grafen Adolph von Nassau-Saarbrücken, selbst toleranter und reformfreudiger Anhänger des Luthertums, fingen die ersten Hugenotten an, sich in der Gegend anzusiedeln, um den religiösen Verfolgungen in Frankreich zu entfliehen. Dieser Einwanderungszug nahm unter seinem Bruder Johann IV., Graf von Saarwerden von 1559 bis 1574, noch zu. Es waren Calvinisten, die sieben verlassene Dörfer der Grafschaft, die sog. „welschen Dörfern“, wieder bevölkerten: Altwiller, Burbach, Diedendorf, Eywiller, Goerlingen, Kirrberg et Rauwiller. Sie führten dort ihre Sprache, das Französische, und ihre Konfession ein, was sich zu einer Konfliktquelle mit den anderen Einwohnern der Grafschaft entwickelte. Diese waren Angehörige der lutherischen Confessio Augustana, gemäß dem Grundsatz seinem regierenden Prinzen in seine Konfession zu folgen.

Durch einen Amtseinführungbrief vom 12. Februar 1570 belehnte Graf Johann IV. von  Nassau-Saarbrücken seinen Landvogt Johann Streiff von Lauenstein mit Grundstücken und einer Meierei in Diedendorf. Dort erbaute Johann Streiff gegen 1580 das Schloß, sowie die Kirche im Jahre 1588 (Foto rechts).