




u
Die Steintreppe
Im
linken Turm des Hauptgebäudes befindet sich eine zum ersten Stock
führenden Wendeltreppe, dessen Stufen aus grauem Sandstein sich
schraubenförmig um eine gedrehte zentrale Spindel (Foto
rechts) winden. Die vierundzwanzig Stufen tragen
Steinmetzzeichen (Foto oben rechts), geometrische Zeichen,
die Steinmetze in ihre Werkstücke als persönliches Signum
eingravierten, um die Abrechnung ihrer Arbeit zu erleichtern.
u Die Innenausstattung
Die Wohnräume bestehen aus ca. 15 Zimmern, darunter ein
großer Saal (9m x 7m), der im XVIII. Jahrhundert durch eine
Trennwand geteilt wurde und erst in den 80er Jahren sein
ursprüngliches Maß wiedererlangt hat.


Sämtliche Räume waren mit Wandmalereien (Fotos)
dekoriert: Fast alle Fenster und Türen waren von
architektonischen Elementen in Trompe-l’oeil-Stil
umrahmt. Dieser Freskendekor, datiert 1581, wurde -
wahrscheinlich schon ab dem XVIII. Jahrhundert - sukzessiv mit Kalk-
und Gipsanstriche abgedeckt und erst durch die
Restaurierungsarbeiten der letzten zwanzig Jahre freigelegt.


Ebenfalls unter Schalungen wurden Holzdecken « à la
française » entdeckt, dessen eichene Trägerbalken mit einem
geschnitzten Flecht-werkmotiv verziert sind (Fotos).
Manche Fresken sind gerade durch den Putz gut erhalten geblieben,
andere haben sehr unter dem Eindringen von Feuchtigkeit gelitten.
Damit diese Putzanstriche besser anhaften konnten, wurden sie leider
mit Hammerschlägen durchlöchert - heute leben sie peu à peu durch
die aufwendigen und minutiösen Restaurierungsarbeiten wieder auf.
2003 wurde der gesamte Innendekor in das Inventaire
Supplémentaire des Monuments Historiques eingetragen und genießt
somit seitdem Denkmalschutz.
Auch wenn dieser Dekor mit Sicherheit nicht von Meisterhand
erschaffen worden ist, bleibt er einer der seltenen Relikte der
Innenausstattung eines kleinen Schlosses in der rheinischen
Renaissance – als Zeuge einer Stilrichtung, die damals nicht nur in
dieser Gegend, sondern in ganz Zentraleuropa verbreitet war und nur
noch äußerst selten in Frankreich vorzufinden ist.